SIRE-Stress im Rettungsdiensteinsatz

Entwicklung eines Tests zur Messung von
„Stress im Rettungsdiensteinsatz - SIRE“
Holtz1, Maik; Rauh1, Michael, Krajewski1, Jarek;
Hagemann2, Vera
1Rheinische Fachhochschule Köln, 2Universität Duisburg-Essen

Hintergrund / Zielsetzung Die vorliegende Arbeit setzt sich mit der Erstellung eines Persönlichkeitstest zur Messung von Stressempfinden im Rettungsdiensteinsatz auseinander. Basierend auf dem transaktionale Stressmodell von Lazarus in der sekundären Bewertungsstufe (mangelnde Ressourcen zur Bewältigung der Situati-on), und der Hypothese, dass bei erhöhtem Stressaufkommen die Fehlerwahr-scheinlichkeit des Einsatzpersonals steigt, soll die Detektion der stressauslösenden Faktoren erleichtert werden.

Methode: Die Antworten aus problemzentrierten Interviews wurden in entspre-chenden Aussagen übertragen, durch die Konstruktionsstrategie des Prototypen-ansatz dimensioniert und mittels einer Onlineumfrage überprüft. Die genutzte Ant-wortskala der Aussagen war unipolar (0-100). Der Differenzierungsgrad bewegte sich zwischen „gering“ und „hoch“ bezogen auf den retrospektiv gefühlten Stress in Rettungsdiensteinsätzen, um die Validität und die Reliabilität des Tests zu erhöh-ten.

Ergebnisse: An der Hauptumfrage mit insgesamt 23 Items haben 445 Personen teilgenommen (n=445). Eine explorative Faktorenanalyse (PCA mit Varimax-Rotation) führte zu einer Lösung mit 6 Faktoren, die insgesamt 67% der Varianz aufklären konnten. Die konfirmatorische Faktorenanalyse mit 19 Items zur Struktur-prüfung ergab, dass die Pfadkoeffizienten zwischen den latenten Variablen so wie die Faktorladungen der Items auf die latenten variablen (Konstrukte), signifikant sind. Modellgüte (Comparative Fit Index, Tucker Lewis Index, Root Mean Square Error of Approximation, Standardized Root Mean Residual):N > 200, keine Multikol-linearität (r<.85), Maximum likelihood Methode. Die Indikatoren deuten auf einen guten Modellfit hin: Chi -Quadrat=339.86, df=128, p=.001, chi-Quadrat/df=2.66, CFI=.93, TLI=.91, RMSEA=.061, CI=.054-.069, SRMR=.051. Die internen Konsisten-zen: Externe Faktoren α=.78, Kompetenz α=.77, Gewalt α=.83, Alarmfahrt α=.70, Mig-ration α=.73, schwer einzuschätzende Einsätze α=.62.

Diskussion / Schlussfolgerungen: Mit Hilfe der erhobenen Daten können die stressauslösenden Faktoren durch das Testinventar ermittelt werden. Im Feldeinsatz gilt es zu beweisen, dass schwerpunktbasierte Unterrichte/Weiterbildungen der de-tektierten Entwicklungsbereiche in Rettungsdienstschulen oder auf den Feuer-und Rettungswachen durch den Einsatz des Inventars effizienter, effektiver durchge-führt werden können und damit möglicherweise eine erhöhte Patienten- und Ein-satzkraftsicherheit erreicht wird. Erst in einer Längsschnittuntersuchung kann die Sensitivität dieses Inventars nachgewiesen werden.

Online-Version: http://s-i-r-e.de

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